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Warum gibt es Montessori-Pädagogik am Gymnasium?
Die Schule ist immer wieder gefordert, Antworten auf die Erfordernisse der Zeit zu finden. Unterricht heute muss vor allem verständnisorientiert sein, nicht nur wissensbezogen. Er muss junge Menschen zu eigenverantwortlichem, selbstständigem Lernen und Handeln befähigen, aber auch soziale Kompetenzen vermitteln. Selbstständigkeit, Verständnisorientierung und partnerschaftliches Lernen sind Grundsätze, die die Montessori-Pädagogik prägen. Diese werden umgesetzt durch freie Arbeitsformen und moderne Unterrichtsmethoden, die im Mittelpunkt unseres Montessori-Konzepts stehen. Sie ergänzen den Fachunterricht und ermöglichen den Schülerinnen und Schülern eine Mitverantwortung bei der Gestaltung von Lernprozessen und den Lehrern eine individuelle Förderung des Einzelnen.
Wer kann in die Montessori-Klasse des Gymnasiums gehen?
Generell sind bei uns alle Schülerinnen und Schüler mit der Zulassung zum Gymnasium willkommen. Es ist nicht erforderlich, vorher eine Montessori-Einrichtung besucht zu haben, auch wenn die Montessori-Sekundarstufe sicher eine sinnvolle Fortführung der Arbeit in Kinderhaus und Grundschule darstellt. Die Umstellung auf neue Lernbedingungen betrifft erfahrungsgemäß alle Kinder beim Übergang in eine neue Schulform. In den Montessori-Klassen arbeiten die Lehrer eng im Team zusammen, um die Kinder dabei bestmöglich zu unterstützen. Auch die gegenseitige Unterstützung und die Entwicklung der Klassengemeinschaft werden bei uns besonders gefördert.
Wie sieht Montessori-Arbeit im Gymnasium aus?
Klasse 5
Die erste Schulwoche ist einem Einführungsprojekt vorbehalten. Sie dient dem gegenseitigen Kennenlernen sowie dem Vermitteln der Grundzüge des Lernens im Gymnasium.
Ein Schwerpunkt der Montessori-Arbeit in der 5. Klasse ist die Freiarbeit. Diese ermöglicht die selbstständige Erarbeitung von Sachverhalten und die Vertiefung von im Unterricht erworbenen Kompenntenzen. Nach der Einführung fachspezifischer Methoden finden acht Freiarbeitsstunden in der Woche in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Biologie statt. In dieser Zeit haben die Kinder Gelegenheit, sich nach vorgegebenen Arbeitsplänen die Arbeit selbst einzuteilen und mit Hilfe von Lern- und Arbeitsmaterial aus der vorbereiteten Umgebung selbstständig zu arbeiten.
Begleitend wird ein Programm mit der Naturschule Hessen durchgeführt, das den Kindern außerschulische Lernerfahrungen und die Entwicklung ihrer Sozialkompetenz ermöglicht. Dabei werden an acht Tagen im Schuljahr Aktionen durchgeführt, die die Zusammenarbeit spielerisch fördern. Diese finden zum größten Teil in der Natur statt. Die Kinder lernen dabei auch erste Schritte für die Organisation von Projekten. Ein unter Anleitung der Fachlehrer durchgeführtes, selbstgewähltes Projekt (z.B. Gestaltung eines Festes oder Einstudieren eines kleinen Theaterstücks) gehört ebenfalls zum Programm der Klasse 5.
Klasse 6
In der Klasse 6 erfolgt die Fortführung Freiarbeit in gezielten Unterrichtsphasen (ca. sechs Unterrichtsstunden in der Woche). Diese geht fließend in die gesamte Unterrichtsgestaltung ein. Moderne Unterrichtsmethoden sind durch die erlernte Selbständigkeit und verschiedenen Formen der Zusammenarbeit für die Schüler ohne Schwierigkeiten umsetzbar. Dabei steht die Förderung des kompetenzorientierten Lernens im Vordergrund.
Begonnen wird in dieser Jahrgangsstufe mit der Selbstevaluation der Schüler. Unterstützt durch den zusätzlichen Lehrer in der Freiarbeit, lernen sie selber ihr Arbeits- und Sozialverhalten einzuschätzen und nach eigenen Zielen zu verändern.
Die Projektarbeit wird weiter entwickelt durch vier Folgetermine bei der Naturschule Hessen, bei denen auch immer die Situation der Klassengemeinschaft berücksichtigt wird. Die Klassenlehrer stehen im engen Austausch mit den Mitarbeitern der Naturschule, um das Programm jeder einzelnen Veranstaltung den Erfordernissen der Klasse anzupassen.
Ergänzt wird der Unterricht durch zwei zusätzliche Projektstunden, in denen die Schüler an selbstgewählten, fachbezogenen Projekten unter Anleitung des Klassenlehrers arbeiten (Portfolio-Arbeitsweise). Diese Arbeit wird im Zeugnis durch eine qualitative Beschreibung dokumentiert.
Klasse 7
Dem Entwicklungsstand der Schüler entsprechend werden freie Arbeitsformen und moderne Unterrichtsmethoden im Unterricht eingesetzt.
Die „Erfahrungsschule des sozialen Lernens“ nach Maria Montessori findet nun ihre Umsetzung in einer Projektwoche auf dem Bauernhof zu Beginn des Schuljahres, sowie der praktischen Tätigkeit in Projekten.
Die Projektarbeit findet parallel zum normalen Unterricht statt, und wird aus dem Bereich Handwerk gewählt. Zur Vorbereitung dieser Projekte arbeitet die Anna-Schmidt-Schule mit der Handwerkskammer Rhein-Main zusammen. Die Schüler erhalten eine Einführung in die Handwerksberufe und lernen während der Aktionstage alte Handwerke kennen. Danach wählen sie ein Thema für eine Jahresarbeit.
Ziel ist die selbstverantwortliche Darstellung eines Arbeitsprozesses zur Herstellung eines handwerklichen Produkts mit Begleitung des Klassenlehrers und in Zusammenarbeit mit Handwerkern. Die Arbeiten werden außerhalb der Schule durchgeführt und die Projektdurchführung mit dem Klassenlehrer regelmäßig besprochen. Den Abschluss bildet die Präsentation der Ergebnisse vor Eltern und Lehrern.
Klasse 8/9
In dieser Jahrgangsstufen werden die bisher erworbenen Kompetenzen gesichert und ausgebaut; Gruppenarbeit, Präsentationen, Referate, Projekte, Lernzirkel gehören zum Schulalltag, genauso wie die Selbstevaluation und die Evaluation von Unterricht.
In der Klasse 8 können Projekte aus dem Dienstleistungsbereich stattfinden. Dabei übernehmen die Schüler Verantwortung für wichtige Elemente der Schulgemeinschaft, zum Beispiel durch Betreuung und Weiterentwicklung der Schülerbibliothek und des Schülerladens.
In der Klasse 9 findet absolvieren die Schüler ein zweiwöchiges Betriebspraktikum.