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Die Ganztagsschule gehört seit 1945 zum Konzept der Anna-Schmidt-Schule. War damals die Einrichtung einer Ganztagsschule beispielgebend, ist sie heute aus dem Bildungsangebot nicht mehr wegzudenken.
Die Schule in Nieder-Erlenbach fungiert als reines Ganztagsgymnasium, in dem ein schülergerechter Tagesablauf entwickelt wurde, gerade auch im Hinblick darauf, dass die Anna-Schmidt-Schule seit dem Schuljahr 2003/2004 als erste Schule Hessens mit dem achtjährigen gymnasialen Bildungsgang für alle Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 begonnen hat.
Der Stundenplan für die Klassen 5 – 9 des Ganztagsgymnasiums umfasst zwischen 38 und 42 Wochenstunden, wobei vor allem die Hauptfächer im Vergleich zu Halbtagsschulen mit erhöhter Stundenzahl unterrichtet werden.
In den Unterricht integriert sind sowohl Aufgabenstunden (bis einschließlich Klasse 8), in deren Rahmen die (schriftlichen) Hausaufgaben weitgehend erledigt werden, als auch schriftliche Übungsphasen.
Der Unterricht beginnt um 08.00 Uhr und endet – je nach Stundenplan – zwischen 14.30 Uhr und 16.00 Uhr. Von 12.15 Uhr bis 13.05 Uhr und von 13.00 Uhr bis 13.50 Uhr gibt es – abhängig von der jeweiligen Klassenstufe – zwei Mittagspausen mit Mittagessen.
Im Anschluss an den Unterricht können die Schüler bis 16.00 Uhr am Silentium teilnehmen, um dort unter pädagogischer Aufsicht z.B. Aufgaben zu erledigen oder mit zusätzlichen Lernangeboten (Übungsmaterial zu den verschiedenen Fächern, Lernsoftware u.ä.) zu arbeiten.
Eine ganze Reihe von Arbeitsgemeinschaften – u.a. Tischtennis, Leichtathletik, Chor, Orchester, Ballspiele, Schach, Werken, Modellbau, Computer, Foto/Video, Unesco – wird angeboten.
Aus den Klassen 9 werden Schüler als Mentoren zur Unterstützung der Fünftklässler eingesetzt; gerade am Anfang erleichtern sie den neuen Schülern die Integration in die Schulgemeinde.
Einmal pro Woche findet für die Schüler der Klassen 5 ein dreistündiger fächerübergreifender Projektunterricht (Deutsch, Erdkunde, Biologie) statt, in den auch die Prinzipien Maria Montessoris einfließen.
Für Schüler mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechtschreiben sind in Klasse 5 - 8 Förderkurse (2 Wochenstunden) eingerichtet.
Schülern, Eltern und Lehrern stehen eine Schulpsychologin sowie eine Beratungslehrerin für Sucht- und Gewaltprävention zur Verfügung.
Für die Sprachenfolge gilt: Englisch ab Klasse 5; wahlweise Französisch oder Latein ab Klasse 6; Latein, Französisch oder Spanisch ab Klasse 8 im Rahmen des Wahlunterrichts.
Als Wahlunterricht werden ab Klasse 8 angeboten: Latein, Französisch, Spanisch, Naturwissenschaften sowie das Projekt „Kultur.Forscher!“.
Schüler der Jahrgangsstufe 9 können den so genannten ECDL-Computerführerschein erwerben, ein Zertifikat, mit dem sie bei beruflichen Bewerbungen Kenntnisse gängiger Software-Anwendungen nachweisen können.
Traditionelle Veranstaltungen innerhalb des Schuljahres sind Adventssingen mit vorbereitender Chorfahrt, Sommerfest sowie alle 2 Jahre eine Musicalaufführung; dazu kommen noch u.a.: Projektwoche, Fahrtenwoche, Lese- und Mathematikwettbewerbe, Lesenächte, Sportwettkämpfe (Tischtennis-Meisterschaften), Dichterlesungen, Austauschaktivitäten sowie das Betriebspraktikum der Klassen 9.
Vor dem Hintergrund der ASS als Unesco-Schule existiert ein Partnerschaftsvertrag mit der Karl-Kübel-Stiftung im Rahmen des Bridgeschool-Projektes „Vikasana“ in Chatanahalli (Karnataka) in Indien sowie zusammen mit der Stadt Frankfurt unter dem Motto „Von Fremden zu Freunden“ ein Schüleraustausch mit der Partnerstadt Frankfurts, Guangzhou, in China.
Die o.g. Aktivitäten wären ohne das große Engagement der Schüler nicht denkbar. Zurzeit besuchen rund 340 Jungen und Mädchen, verteilt auf 15 Klassen, die Schule, was einen Klassendurchschnitt von ca. 23 Schülern ergibt.
Das Gleiche gilt auch für den Einsatz der ca. 40 Kollegen, welcher oft weit über den normalen Rahmen hinausgeht. Darüber hinaus ist die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus eine weitere wichtige Basis für die erfolgreiche pädagogische Praxis.
Im Anschluss an die Sekundarstufe I - nach der Klasse 9 - besuchen die meisten unserer und Schüler die Oberstufe der Anna-Schmidt-Schule in Frankfurt/Innenstadt. Dieser Wechsel verläuft problemlos, zumal ein Teil des Nieder-Erlenbacher Kollegiums auch in Frankfurt unterrichtet. Die gymnasiale Oberstufe umfasst die Einführungsphase E 1 und E 2 (frühere Bezeichnung: Jgst.11) sowie die zweijährige Qualifikationsphase Q 1 bis Q 4 (frühere Bezeichnung: Jgst. 12 und 13) und schließt mit dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife ab.
Durch die Teilnahme der Kollegen an regelmäßigen Fortbildungsangeboten passen wir unseren Unterricht ständig den zeitgemäßen pädagogischen Erkenntnissen/Richtlinien an. Dabei ist es unser Ziel, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Schüler zu entwickeln und zu stärken sowie vielfältige Leistungsanreize zu schaffen.
Von dem Ganztagskonzept versprechen wir uns ein effizienteres Lernklima, gesteigerte Motivation für schulische Aktivitäten, Verbesserung der Leistungsentwicklung und eine Förderung neuer Interessen, nicht zuletzt durch das breite Angebot von Arbeitsgemeinschaften und Wahlunterrichtsfächern.
Unser Ganztagskonzept unterliegt der ständigen Evaluation, sodass bisherige Erfahrungen ausgewertet und daraus weiterführende konstruktive Ideen oder Änderungen entwickelt werden.
Dazu gehören auch die bauliche Erweiterung der Schule, zuletzt durch einen 2006 realisierten Neubau mit 6 Klassenräumen, einem Bereich für das „Silentium“ mit kleiner Bücherei und Computer-Arbeitsplätzen sowie die Neueinrichtung bzw. Modernisierung von Fachräumen, u.a. den verschiedenen Naturwissenschaften und Informatik.
Das Ganztagskonzept in Nieder-Erlenbach ermöglicht es den Lehrern, fächerübergreifende Jahresthemen in Angriff zu nehmen, wobei die praktizierte Arbeitsweise der fachbezogenen Freiarbeit nach Montessori entspricht. In allen fünften Klassen arbeiten die Schüler jeweils drei Stunden pro Woche am Nachmittag zu Themen, wie z. B. „Von der Glauburg in die ganze Welt“ oder „Entdecker“. Dieses „Projekt“ wird von drei Lehrern betreut, dabei hat sich die Kooperation der Fächer Deutsch, Erdkunde und Biologie bewährt.
Während eines solchen Projektes können Sachverhalte vermittelt werden, die im normalen Lehrplan kaum Platz finden. Außerdem werden z. B. manuelle Fähigkeiten angesprochen, die im normalen Schulalltag häufig zu kurz kommen.
Alle zwei Jahre findet eine Projektwoche statt, in der Regel ohne Themenvorgabe, bei der die Schüler jahrgangsübergreifend arbeiten. Diese Projekte werden von Lehrern, aber auch von Eltern betreut. Sowohl die Ergebnisse der Jahresprojekte, als auch die der Projektwoche, werden der
Schulgemeinde präsentiert, sei es am Tag der Offenen Tür oder auch auf dem traditionell stattfindenden Sommerfest, z. B. in Form von Aufführungen.