8. Sucht- und Gewaltprävention

Kinder und Jugendliche werden heute im weitläufigsten Sinne mit Suchtmitteln konfrontiert. Das Spektrum reicht von illegalen Drogen über Nikotin und Alkohol bis hin zu übermäßigem Medienkonsum.

Doch gerade bei legalen Genussmitteln sind die Grenzen zum Missbrauch schwer zu ziehen. Daher ist es unerlässlich, dass Kinder und Jugendliche bereits früh eine reflektierte Haltung gegenüber Suchtmitteln verschiedenster Art erwerben. Auch soll von Beginn an ein konstruktiver Umgang mit Konflikten erlernt werden und die friedfertige Auseinandersetzung miteinander den Schulalltag prägen.

 

Die Anna-Schmidt-Schule ist sich dieser pädagogischen Herausforderung bewusst und bietet im Rahmen ihrer organisatorischen und personellen Möglichkeiten das Konzept der Primärprävention an.

8.1 Das Präventionskonzept

Das Präventionskonzept der Anna-Schmidt-Schule wurde in den letzten Jahren um ein breites Spektrum an Maßnahmen erweitert, die der Suchtprävention dienen. Diese möchten wir Ihnen im Folgenden vorstellen:

  • Es beinhaltet vorbeugende Maßnahmen, durch die zu Mitmenschlichkeit statt Egoismus erzogen werden soll.
  • Isolation soll durch einen starken Gemeinschaftssinn verhindert werden.
  • Gesprächsbereitschaft soll gefördert werden, damit Intoleranz verhindert werden kann.
  • Die Kinder und Jugendlichen sollen Konfliktbereitschaft lernen, indem sie Probleme konstruktiv bearbeiten und nicht verdrängen.

8.2 Montessori- und Regelgrundschule

Das Präventionskonzept setzt bereits in der Grundschule mit Beginn der 1. Klasse an. Durch eine gezielte Stärkung und Festigung der Persönlichkeit kann ein Kind Strategien entwickeln, die das Suchtpotential vermindern. Die Reflektion von Konflikten ermöglicht den Kindern einen adäquaten Umgang zu verinnerlichen und Lösungswege zu finden.

 

Die pädagogische Ausrichtung zielt auf friedliches Zusammenleben, konstruktive Bewältigung von Konflikten und die Stärkung des Selbstwertgefühls. Auch hier sei auf das Curriculum „Faustlos“ verwiesen.

8.3 Das Netzwerk

Im Rahmen der Suchtprävention der Anna-Schmidt-Schule existiert ein Netzwerk zwischen der Schulpsychologin, dem Beratungslehrer, den Verbindungslehrern und den Klassenlehrern/-innen.

 

Sie beraten und betreuen im Bereich von Familien-/Entwicklungs- und Schullaufbahnproblemen auf verschiedensten Ebenen. Ihr Aufgabenbereich gliedert sich in unterschiedliche Tätigkeiten.

 

8.3.1 Der Beratungslehrer

Aufgabenbeschreibung des Beratungslehrers für Suchtprävention:

  • Unterstützung des Kollegiums bei der Durchführung von problemorientierten Unterrichtseinheiten und Kampagnen.
  • Beratung bei der Auswahl von Lehr- und Lernmaterialien zum Thema Suchtprävention.
  • Koordination der an der Schule durchgeführten Präventionsprojekte, z.B. Präventionsveranstaltungen zu den Themenbereichen: Drogen und Sucht, Gewalt, Mobbing, Gefahren der Internetnutzung, AIDS und Hepatitis.
  • Bereitstellung von Informationsmaterial.
  • Führen persönlicher Beratungsgespräche mit suchtgefährdeten, suchtkranken oder anderweitig betroffenen Schülern.
  • Beratung der Schulgemeinde bei der Entwicklung und Fortschreibung des Präventionskonzeptes und dessen Verankerung im Schulprogramm.
  • Zusammenarbeit mit der Schülervertretung.
  • Beratung und Mitwirkung bei der Planung und Durchführung themenspezifischer Elternabende und Informationsveranstaltungen. (So werden bereits themenspezifische Elternabende in der Grundschule, Ende Klasse 5 („eigenes Suchtverhalten in der Familie“) und Klasse 7 („Rauchen, Cannabis“) angeboten.) Bei Bedarf können externe Experten hinzugezogen werden.
  • Information der Kollegen und der Schulleitung über den aktuellen Stand der Drogenproblematik und Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen.
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung seiner eigenen suchtpräventiven Kompetenzen.

 

8.3.2 Die Schulpsychologin

Die Schulpsychologin arbeitet eng mit dem Beratungslehrer bei der Diagnostik und Beratung zusammen.

Sie kümmert sich um weiterführende therapeutische Maßnahmen unter Einbeziehung anderer außerschulischer Institutionen.

 

8.3.3 Die Verbindungslehrer

Die Verbindungslehrer sind Ansprechpartner für Schüler. Sie unterstützen die Schülerschaft bei sinnvollen Aktivitäten. Sie fungieren als Vermittlungsinstanz zwischen den Lehrern und Schülern bei schulischen und außerschulischen Problemen und dienen zur Unterstützung der Schülerposition.

8.4 Suchtprävention im Unterricht

Themen zur Suchtprävention sind bereits im Fachunterricht für Politik und Wirtschaft und Biologie durch das Curriculum vorgesehen.

8.5 Teamorientiertes Lernen in der Sekundarstufe I

In den 5. und 6. Klassen finden in Zusammenarbeit mit der Naturschule Hessen mehrere eintägige Workshops statt. Ziel dieser Lerneinheiten ist die Stärkung von Empathie, Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit (z.B. durch das Einbringen individueller Fähigkeiten in die Lösung konkreter Problemsituationen) und die Förderung des Gemeinschaftsgefühls und der Konfliktfähigkeit.

 

Im Rahmen der Projektwoche wird für die Jahrgangsstufe 9 das Projekt „Moderne Jugendwelten“ durchgeführt. Dabei sollten die zu bearbeitenden Themen schüler-, handlungs- und problemorientiert bearbeitet werden. Maßnahmen wie z. B. ein Training zum Verhalten in Konfliktsituationen (Teamentwicklung), der Besuch von Einrichtungen/Institutionen (Beratungsstellen) oder Sportprojekte zur Stärkung des Selbstwertgefühls etc. sind dabei vorgesehen.